Marian Haarink-Getkate und ihre Miniteddys

Farbige Akzente
BärReport

Dezember 2005

 von Brigitta Hausdorf

           

Die Niederländerin Marian Haarink-Getkate zählt zu den profiliertesten Miniaturbärenkünstlerinnen ihres Landes. Neben dem Bärenmachen ist auch die Vermittlung von Wissen in Workshops ein wichtiger Aspekt ihres Schaffens.

                    

Von den großen Börsen in Deutschland und ihrer Heimat, den Niederlanden, sind ihre kleinen Bären schon längst nicht mehr wegzudenken: Mit ihren witzigen und farbbetonten Kreationen setzt Marian Haarink-Getkate auf den Teddymessen seit rund einem Jahrzehnt immer wieder neue bemerkenswerte Akzente.

Dabei spielte – wie so oft – auch hier der Zufall Regie, dass Marian zum Bärenmachen fand. Vor zwölf Jahren besuchte sie eine Puppen- und Bärenbörse, um Ausschau nach Steifftieren zu halten. Nach Hause kam sie stattdessen mit einer Bastelpackung, und ihre Begeisterung wuchs mit jedem neuen Bären, den sie nähte. „Bärenmachen war genau das, was ich liebe“, erinnert sie sich an ihre Anfänge als Teddykünstlerin, „denn Nähen, Stricken und Sticken waren schon immer meine Hobbys“.

                   

International bekannt und hoch geschätzt ist sie heute vor allem als Miniaturbärenkünstlerin, auch wenn sie ab und an auch etwas größere Bären (meist bis ca. 20 cm) näht. Marians besondere Spezialität sind ihre farbigen Miniaturteddys, für die sie immer mehrere verschiedene Mohairstoffe verwendet. „Es macht mir Spaß, Farben und Stoffe zu kombinieren“, erzählt sie mir, „deshalb bin auf Börsen auch immer auf der Suche nach neuen außergewöhnlichen Stoffen“.

Typisch für ihre Bären sind zudem die hoch angesetzten Ohren, für die sie gerne etwas längeren Mohair zuschneidet. Das verleiht ihnen einen sehr eigenen, witzigen Ausdruck. Nachdem die Nase gestickt ist, gibt Marian ihrem neuestem Geschöpf häufig noch eine Perle um den Hals oder ein anderes passendes Accessoire wie Jacke, Hut, Rucksack oder Spielzeug mit auf den Lebensweg. „Manchmal“, sagt sie, „behalte ich die Bären selbst, aber es macht mir wirklich Freude, wenn die Kunden sich verlieben in ein Bärchen von mir.“

Seit diesem September kann sich Marian noch intensiver mit dem Bärenmachen beschäftigen, denn sie ist als Grundschullehrerin in Pension gegangen. Sie wohnt mit ihrem Mann Jan, der Katze Roosje und all ihren Bären und Steifftieren (die sie nach wie vor sammelt) in demselben Haus, in dem sie vor 59 Jahren in Hengelo auch geboren wurde. Ihre beiden Kinder Marike und Matthijs sind längst erwachsen, stattdessen ist sie nun als Oma ihrer beiden Enkel Berend und Brechtje gefordert.

                   

Marian hat in ihrem Haus ein eigenes Bärenzimmer, aber das bleibt, wie sie mir erzählt, meistens zu, denn sie näht lieber im Wohnzimmer, wo auch der Fernseher steht, oder bei schönem Wetter draußen. Außerdem hat sie fast immer ihre Bärenutensilien dabei, wenn sie unterwegs ist. Ganz gleich, ob im Zug, beim Kaffeeklatsch mit Freundinnen oder beim Arztbesuch mit ihrer Mutter: „Immer wenn ich sitze, bin ich am Nähen“, berichtet sie mit einem Lächeln über ihre Leidenschaft.

Ein wichtiger Bestandteil ihres Bärenhobbys sind die regelmäßigen Workshops, die sie seit neun Jahren leitet. Aus dem Drängen ihrer Freundinnen, ihnen doch auch das Bärenmachen beizubringen, hat sich eine feste Institution entwickelt. Kursort ist eine alte Scheune in der malerischen ländlichen Umgebung von Hengelo. Hier lernt sich das Bärenmachen besonders gut. „Viele Teilnehmerinnen“, sagt sie, „kommen später zurück, um diese Ruhe zu genießen. Aber auch wegen der Apfelkuchen meiner Freundin Rietje.“

Unter www.marianbear.com unterhält Marian eine schöne, informative Website in Niederländisch, Deutsch und Englisch. Die nächste Gelegenheit, sie persönlich zu treffen, besteht im neuen Jahr auf der Teddybär Welt in Wiesbaden.

 

zurück Back to the previous page  Back to the English mainpage home